von Max Kobelt*
Oft besteht die Meinung, dass mit geringerer Waschmittel-Dosierung ein gleich gutes Resultat zu erreichen ist. Eine korrekte Dosierung führt jedoch nicht nur zu optimalem Waschergebnis und Wäschegefühl, sondern verlängert die Lebensdauer des Textilstückes entscheidend. Da die Wäsche der kostenintensivste Faktor im Textilmanagement ist, stellt die optimale Dosierung schlussendlich die günstigste Lösung dar.

Wie wird die nötige Waschpulvermenge ermittelt?
Bis zu einer Wasserhärte von 10°fH wird eine Grunddosierung verwendet. Diese Grunddosierung enthält die im Allgemeinen nötige Menge an Tensiden, Waschalkalien, Schmutzträgern, Wasserenthärtern und weiteren speziellen Inhaltstoffen wie Parfum, optische Aufheller, Faserschutzmittel, Bleichmittel.
Bei höheren Wasserhärten muss die Menge an Wasserenthärter dem Kalkgehalt des Wassers durch eine erhöhte Waschpulvermenge angepasst werden.
Auswirkungen von zu geringen Dosierungen
Kalk baut sich auf der Wäsche auf. Das Textilstück wird grau, hart und Flecken werden nicht mehr entfernt. Zu geringe Mengen an Tensiden und Schmutzträgern führen dazu, dass der Schmutz zwar im Waschbad entfernt wird, sich dann aber fein verteilt wieder auf das Gewebe legt sobald die Waschlauge mit etwas mehr Wasser verdünnt wird. Dies geschieht beim Spülen oder bei Mischgewebe im so genannten Cool-Down. Wenn es sich um Fettflecken handelt erhält das Gewebe einen Gelbstich und beginnt auch unangenehm ranzig zu riechen. Baumwollgewebe mit Inkrustierungen nimmt das Wasser nicht mehr so schnell und so gut auf. Der Kalk hat einen Überzug über Fasern und Flecken gebildet. Die harten Kalkkristalle bewirken bei jeder Bewegung des Textils eine mechanische Faserschädigung.
Woher stammt der Kalk?
Das Wasser in der Waschmaschine ist bei gewerblichen Wäschereien oft in zwei Qualitäten angeschlossen, auf der einen Seite das enthärtete Wasser zum Waschen und das harte Wasser zum Spülen.
Am Ende jedes Waschverfahrens wird die Wäsche, die etwa das gleiche Gewicht Wasser enthält wie sie selbst wiegt, getrocknet. Daraus resultiert auf der Wäsche ein normaler kleiner Kalkrückstand. Bei Frottierwäsche oder Küchentücher, kommt bei jeder Anwendung weiterer Kalk hinzu. Vielfach wird das Tuch mehrfach benutzt und so wird auch mehrmals Kalk abgelagert. Um dies zu verdeutlichen nehmen wir folgendes Beispiel, wie es in Heimen häufig anzutreffen ist:
Das enthärtete Wasser hat eine Wasserhärte von 10°fH dies entspricht einem Kalkgehalt von 100mg/L und das nicht enthärtete 30°fH, entsprechend 300mg Kalk/L. Zum Waschen von 1kg Frottierwäsche werden 5L enthärtetes Wasser verwendet. Ergibt also 500mg Kalk/kg Wäsche.
Nach dem Schleudern bleiben vom Spülen 1L hartes Wasser in 1kg Wäsche, also 300mg Kalk/kg. Beim dreimaligen Gebrauch (z.B. duschen) nimmt die Wäsche jeweils einen halben Liter hartes Wasser auf, dies entspricht also wiederum 450mg Kalk/kg. Zusammen erhält man 750mg Kalk/kg Wäsche die mit der Wäsche in die Maschine gegeben wird.
Die Menge an Kalk in der Waschmaschine ist also nicht wie anfangs angenommen 500mg/kg Wäsche sondern 1250mg, dies entspricht umgerechnet einer Wasserhärte von 25°fH im ersten Waschbad.
Wenn die Waschmitteldosierung nur für die 500mg Kalk/kg Wäsche berechnet war die mit dem enthärteten Wasser in die Maschine kommen, so bleiben nach jedem Waschgang fast 1g Kalk pro kg Wäsche zurück.
Wenn man das gleiche Beispiel durchrechnet ohne Wasserenthärtungsanlage ergibt dies eine Wasserhärte von 45°fH.
Dies ist ein weiterer Grund weshalb beim ersten Waschbad immer eine höhere Dosierung gewählt wird, wie in den nachfolgenden Waschgängen.
Wenn bei jedem Waschgang zu wenig dosiert wurde, so addiert sich dieses eine Gramm Kalk pro kg Wäsche schnell einmal auf zwei oder drei Prozent der Wäsche. Das gleiche passiert auch, wenn die Wasserenthärtungsanlage nicht korrekt arbeitet.
Noch schneller als bei der Wäsche verschlechtern sich dabei die Resultate beim Geschirrwaschen. Wenn also dort Probleme wegen Kalk auftreten so sollte auch immer die Wäscherei kontrolliert werden.
Entfernen von Kalk
Die Kalkentfernung geschieht am einfachsten in der Waschmaschine. Es wird ein möglichst langes 60°C Waschprogramm eingestellt und die Waschmaschine wie üblich beladen. Anstelle von Waschmitteln wird ein starkes Entkalkungsmittel (wie z.B. TASKI R70) der Wäsche zugegeben. Anschliessend folgt ein normaler Waschgang.
Beachten Sie, dass dieses saure Verfahren Baumwollgewebe schädigt. Dieses erlitt jedoch durch die Kalkkristalle bereits eine gewisse Schädigung, denn Kalk bildet sehr harte Kristalle, die beim Gebrauch der Textilien die einzelnen Fasern wie ein Messer durchschneiden. Vorsicht ist vor allem bei alter Wäsche geboten, denn diese könnte durch das Entkalken auseinander fallen.
Achtung: Wenn Sie dieses Entkalkungsverfahren durchführen möchten, sollten Sie unbedingt abklären, ob der Stahl der Waschmaschinen ausreichend säurefest ist.
Bestimmung des Kalkgehalts von Gewebe
Waschmittelhersteller bieten die Möglichkeit Textilwaschprodukte auf den Kalkgehalt zu prüfen. Durch die Bestimmung des Kalkgehalts lässt sich z.B. der Grund für harte Frottierwäsche oder die schlechte Fleckenentfernung erkennen. Evtl. lässt sich daraus auch auf verkalkte Heizstäbe in der Waschmaschine schliessen, die sicherlich in der Folge durchbrennen werden. Wenn ein hoher Kalkgehalt auf dem Gewebe nachgewiesen wurde, so sind die Heizstäbe in der Regel bereits so geschädigt, dass auch ein Entkalken sie nicht mehr rettet, sondern nur noch die Zeit etwas ausgedehnt werden kann, bis sie durchbrennen.
Die korrekte Waschmittel-Dosierung führt nicht nur zu optimalem Waschergebnis und Wäschegefühl, sondern verlängert die Lebensdauer entscheidend. Die optimale Dosierung ist schlussendlich die günstigste Lösung.
* Max Kobelt ist Chemiker HTL bei Diversey Münchwilen
Diversey ist ein internationales Unternehmen und in ca. 90 Ländern weltweit tätig. Es nimmt eine führende Stellung auf dem Gebiet der professionellen Reinigung, Hygiene und Werterhaltung ein.