Waschen ist ein Kompromiss
Immer diese Entscheidungen
Wirtschaftliches und umweltgerechtes Waschen von Textilien setzt voraus, dass ein paar Grundregeln beachtet werden. Bei jedem Waschvorgang geht es darum, Entscheide zu treffen über die Wahl der Produkte beispielsweise, über die Wäscheart, die Wasserqualität, über den Grad der Verschmutzung. Es geht – wie so oft im Leben – auch beim Waschen nicht ohne Kompromisse.
Um die richtigen Produkte einsetzen zu können, müssen zuerst Fragen beantwortet werden. Ist die Wäscheart bekannt, d.h. die Materialzusammensetzung und Farbe der Wäsche? Wie lauten die Pflegeanweisungen der zu waschenden Textilien, wo wird die Wäsche eingesetzt, welche Verschmutzungen sind auf welcher Wäscheart vorhanden, ist die Wasserqualität bzw. die Wasserhärte bekannt? Welche Maschinen in welcher Grösse stehen zur Verfügung, wie hoch ist deren Auslastung, wie schnell muss die Wäsche wieder einsatzbereit sein?

Das sorgfältige Vorsortieren hat wesentlichen Einfluss auf ein positives Waschergebnis.
· 1. Stufe: Trennung in Weisswäsche und Buntwäsche.
· 2. Stufe: Trennung in verschiedene Materialien wie Bauwolle, Mischgewebe (BW/PES), Synthetik, Wolle etc.
· 3. Stufe: Trennung nach Waschtemperaturen, die auf den Pflegeanweisungen angegeben sind.
· 4. Stufe: Trennung nach Art der Verschmutzung:
Proteinverschmutzungen, bleichbare Verschmutzungen (z.B. Rotwein), Fettflecken, Pigmentschmutz (z.B. Strassenstaub), Verschmutzungen, die vorbehandelt bzw. detachiert werden müssen (z.B. Kugelschreiber, Tinte, Kerzenwachs, Rost).
· 5. Stufe: Finish: Soll die Wäsche mit Stärke oder mit einem Weichspüler behandelt werden, wird sie auf einer Mangel oder im Tumbler getrocknet?
Resultat der ersten Stufe sind zwei Wäscheberge, mit der zweiten Stufe werden daraus schon etwa acht und nach der dritten Stufe werden aus den acht Wäschehaufen vermut-lich bereits etwa zwölf. Die Anwendung der vierten Trennstufe ergibt nun 24 sortierte Einheiten, und mit der letzten Trennstufe können sich diese noch erhöhen auf rund 50 Wäscheposten.
Dieser detaillierte Sortierprozess ist in der Praxis meist nicht möglich. Darum ist es realistisch und ökonomisch, wenn ab der dritten Stufe Zugeständnisse gemacht und Kompromisse eingegangen werden. Es geht darum, die Verschmutzungen auf der Wäsche möglichst effizient zu entfernen, die Gewebe zu schonen und die Textilien wieder in einen gebrauchsfähigen Zustand zu bringen. Zum Kompromiss gehört auch das Wissen um einen möglichen Rückwäscheanteil von 1 bis 5 %.
Verschmutzungen können in folgende Klassen eingeteilt werden:
· Eiweissverschmutzungen. Man entfernt sie mittels eines Waschbades mit einem bleichmittelfreien, enzymhaltigen Vorwaschmittel bei tiefen Temperaturen unter 40°C
· Fettverschmutzungen. Natürliche oder synthetische Fette und Öle werden am besten durch Zusatz von speziellen Fettlösern in einem möglichst warmen Waschbad entfernt.
· Farbige Flecken entfernt man auf farbiger Wäsche mit einem Sauerstoff-bleichmittel. Bei weisser Wäsche kann vielfach das noch stärke Chlorbleichmittel eingesetzt werden (bitte Pflegehinweis der Wäsche kontrollieren).
· Pigmentverschmutzungen sind meistens die hartnäckigsten Verschmutzungen, weil sie tief im Gewebe zwischen den Einzelfasern sitzen. Die Entfernung erfolgt durch möglichst hohe mechanische Reibung und durch ausreichende Dosierung des Waschpulvers.
Die Beladungsmenge der Waschmaschine ist ein weiterer Entscheidungsfaktor. Sie hängt ab vom Verschmutzungsgrad und der Wäscheart. Generell ist besonders darauf zu achten, dass beim Waschvorgang nicht zu viel Schaum entsteht. Schaum bremst und vermindert die mechanische Wirkung.
Das wirtschaftliche und ökologische Waschen hängt wesentlich von der richtigen Wahl der Produkte und Systeme ab. Wenn bestimmte Grundregeln beachtet, und wenn entsprechende Entscheidungen unter Einbezug vertretbarer Kompromisse getroffen werden, sind die Voraussetzungen für ein befriedigendes Ergebnis gut.
Diversey, Max Kobelt, CH-9542 Münchwilen
Tel. +41 71 969 27 27, Tel. +41 71 969 22 69 direct, Fax +41 71 969 22 53